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5 min Lesezeit

Von der männlichen zur weiblichen Domäne?

Norina
Norina
Marketing Manager

Der 8. März ist internationaler Frauentag! Deshalb habe ich als Frau die Gelegenheit genutzt, unsere Gründer über den stetig wachsenden Frauenanteil bei COBE auszufragen. Wie kam es dazu, dass aus einem Vier-Mann-Startup ein 80-köpfiges Team, mit vielen weiblichen Leads, werden konnte? Jetzt wo sich COBE seinem zehnjährigen Jubiläum nähert, geht der erste Blick zurück auf die Entwicklung der einstigen Männerdomäne zu einer Agentur, in der Gleichberechtigung nicht nur ein Wort ist, sondern gelebt wird.

Der Urzustand

“Du musst dir das so vorstellen: Hier im Büro sind früher die Jungs auf ihren Skateboards rumgefahren, wir haben uns gegenseitig mit Nerf Guns abgeschossen und der Umgangston war sehr viel rauer.” Das war die Antwort auf die Frage, wie COBE so war, als unser Chief Happiness Officer Dominik “Bubu” Bernhart seinen ersten Tag hatte. Typische Männer, die noch etwas in ihrer Pubertät hängen geblieben sind, könnte man sagen.

Natürlich soll es hier nicht darum gehen, in irgendwelche Aussagen über Geschlechterstereotypen abzurutschen. Wir betrachten den Wandel innerhalb der Agentur, der sich, mit nicht wenig weiblichem Einfluss, bei COBE vollzogen hat.

Was hat sich seitdem geändert?

Egal wen man fragt, ob die beiden Gründer Felix van de Sand und Daniel Wagner, Happiness Officer Bubu oder denjenigen, der mit am längsten dabei ist, Felix “Menz” Menzel, die Veränderungen sind spürbar – und zwar fast ausnahmslos positiv. Wo vorher eher der Schein als das Sein regierten, findet sich jetzt mehr Tiefe. Fragt man Felix, dann ist die “Fassade” weg. “Das rein maskuline Egogehabe gibt es nicht mehr. Es ist nicht mehr so cool. Was ganz und gar nicht negativ gemeint ist. Im Gegenteil, die Coolness ist einer Wärme und Herzlichkeit gewichen, die es ohne unsere Kolleginnen so vermutlich einfach nicht gegeben hätte. Schon von Anfang an hat man gespürt, das eine Art Balance entsteht. Das hat uns Jungs sehr gut getan, denn wir sind dadurch auch seriöser geworden.”

Ganz fließend war der Übergang allerdings nicht. “Pamela war ein regelrechter Kulturschock für uns Männer”, wirft Daniel ein, “was positiv gemeint ist. Es war damals einfach eine Veränderung in der gewohnten Kultur, die nur aus Männern bestand. Es war etwas anders, einfach diverser.”

Das Wachstum

Weniger Machtspielchen, weniger Coolness, dafür lebhaftere Zusammenarbeit mit einer bedachteren Kommunikationskultur – das hört sich nach einem Erwachsenwerden an.

Dass so ein Thema wie Kultur überhaupt einen so präsenten Platz innerhalb von COBE hat, kam mit einem zunehmend empathischen Umgang miteinander. “Das Wir-Gefühl ist mit der Zeit sehr stark gewachsen. Man könnte sogar sagen, dass wir geradezu zusammenglucken”, scherzt Felix mit einem kleinen Schmunzeln.

Nicht umsonst kommt eine Vielzahl an Charakteren unter dem Dach von COBE zusammen. 

“Wir haben viele Charaktere mit unterschiedlichen Backgrounds. Dabei ist es aber egal, ob es Männer oder Frauen sind. Was man aber merkt: Je durchmischter die Teams sind, desto mehr Perspektiven eröffnen sich natürlicherweise. Das wirkt alles auf das Thema Diversität ein. Es gibt mehr Blickwinkel und mehr Blickwinkel sind immer von Vorteil.” -Daniel Wagner

Stichwort Beruf: Merkt man eine Steigerung der Professionalität?

Es ist nicht ungewöhnlich, dass mit den Jahren auch das Auftreten seriöser wird. Mit zunehmender Empathie steigt die Achtsamkeit. Was früher noch in einer schnellschussartigen, spontanen Aktionen begonnen wurde, ist nun wesentlich durchdachter und gezielter. Zufall?

“Mein Eindruck der letzten Jahre war, dass Frauen sich auf Termine und Aufgaben besser vorbereiten und so das Team auch effizienter arbeiten kann. Ob das an der natürlich wachsenden beruflichen Erfahrung oder einem weiblichen Einfluss liegt, sei mal dahingestellt. Doch sicher kann man sagen, sie arbeiten ordentlicher und strukturierter als es viele Männer tun”, resümiert Menz.

Eine ebenfalls positive Entwicklung, ist der zunehmend heterogenisierte Talentmarkt. Im Office hat man das die letzten Jahre stark gespürt, wie Daniel erzähl: “Es ist, wie wenn sich ein Tor geöffnet hätte und auf einmal sind Millionen von Frauen in das Thema UX/UI reingekommen.” Was vor fünf bis sechs Jahren an den Unis noch ein Novum war, ist heute ein etablierter Abschluss, den auch Frauen vermehrt studieren.

Der Ist-Zustand

Auch bei COBE herrscht nicht nur Harmonie und Eintracht. Durch den besonderen Fokus auf die Gemeinschaft – z.B. gemeinsames kochen, Spieleabende, Sommertrips – sind Spannungen nicht zu vermeiden. Mit einer Firmenpolitik wie der Holacracy kommt es natürlicherweise zu mehr Reibereien, die Kommunikation ist durch keine Hierarchien behindert. Dadurch wird auch öfter kein Blatt vor den Mund genommen, aber auf andere Weise.

“Männer arbeiten untereinander anders miteinander. Die Kommunikation ist rauer, doch bleiben bestimmte Themen unausgesprochen. Frauen sind stark in der Kommunikation. Sie spüren subtile Spannungen eher und sprechen es direkter an.” -Felix Menzel

Eben solche Themen wie Mindfulness wurden anfangs eher von den Frauen geprägt und vorangetrieben. Und die Männer scheinen das ebenfalls sehr zu begrüßen.

“Die Zusammenarbeit ist sehr angenehm. Die Frauen bei COBE haben alle ein dickes Fell und teilen gerne selbst aus. Von Zurückhaltung gegenüber Männern im Allgemeinen oder den Geschäftsführern im Besonderen ist nichts zu spüren. Und genau so soll es auch sein!” -Felix van de Sand

Kommt es durch COBE? Oder sammeln sich bei COBE diese Charaktere?

“Ich würde schon sagen, dass wir einen gewissen Typ Mensch anziehen, das hat aber nichts mit dem Geschlecht zu tun. Das ist einfach ein Cultural Fit. Wir haben da eine sehr gute Mischung.” Das altbewährte Sprichwort “Die Mischung macht's” bewahrheitet sich also auch für Menz. 

Es gibt bei COBE viele Frauen in Leader Positionen. Hat das einen bestimmten Grund?

“Für Leadership Positionen muss man viel Empathie und Einfühlungsvermögen mitbringen. Das könnte ein Grund sein, warum es bei uns viele weibliche Teamleader gibt. Ein anderer sind aber auch definitiv die Skills, die sie mitbringen.” Und das ist wichtig, bemerkt Felix, denn es gilt keine Quote zu erfüllen. Ihre Fähigkeiten haben sie dahin gebracht, wo sie jetzt stehen.

Ines feiert ihr 5-jähriges Jubiläum bei COBE.

Eine Frau bei COBE kann man in diesem Zusammenhang besonders hervorheben: Managing Director Ines. “In Osijek war es eindeutig Ines, die mit ihren Visionen und Skills dem Team einen Aufschwung gegeben hat.” Lobende Worte von Daniel. Etwas, dass Felix ganz und gar unterschreiben kann: “Sie sieht die größeren Zusammenhänge und versteht es eine Vertrauenskultur zu schaffen. Sie ist das Bindeglied, das durch ihre Überzeugungen das Team zusammengeschweißt hat.”

Von der Männer- zur Frauendomäne

Hat sich COBE also zu einer Frauendomäne entwickelt?

Wie aus der Pistole geschossen hört man von allen Männern: “Absolut!” Ohne auch nur den Hauch eines Zögerns.

Es ist die Diversität im Allgemein, die im Vordergrund steht: “Das Geschlecht soll bei uns keine Rolle mehr spielen. Gesellschaftlich müssen die Strukturen so geschaffen werden, dass alle die gleichen Chancen haben. Das ist leider einfach noch nicht der Fall. Wenn das erreicht ist, tritt der Idealzustand ein. Das heißt: Solange die gesellschaftlichen, strukturellen Voraussetzungen noch nicht so sind, müssen wir bewusst darauf achten, dass Chancengleichheit herrscht.” Ein schöner Schlusssatz von Felix, wie ich finde.

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Über die Autor:in

Norina ist Marketing Managerin bei COBE. Sie beschäftigt sich kontinuierlich mit der Frage, wie man neue Ideen zum Leuchten bringen kann. Neben der stetigen Suche nach neuen Inhalten, genießt sie es zu kochen und zu gärtnern.

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