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All About AI: DDX ’26 in München

Lora
Lora
Digital Marketing Manager

Letztes Wochenende war COBE bei der DDX in München gleich doppelt vertreten – als Gastgeber und als Speaker. Eines dieser Wochenenden, die einfach kein Ende nehmen, aber im besten Sinne.

Beim Pre-Event in unserem Münchner Office durften wir den Ton angeben, bevor die DDX offiziell losging. Kein Druck, oder? Die Frage, die wir in den Raum gestellt haben, war bewusst simpel gehalten: Was bedeutet es eigentlich, mit KI zu bauen, statt sie nur zu nutzen?

Aktuell „nutzt“ jedes Produktteam KI – man denke nur an all die Chatboxen, die irgendwo an bestehende Flows drangeklatscht werden. Mit KI zu bauen ist aber etwas ganz anderes. Und genau darüber haben wir an diesem Nachmittag gesprochen.

Ein Satz, der hängen bleibt

Aus allem, was an diesem Nachmittag gesagt wurde, will uns ein Satz einfach nicht mehr loslassen:

KI hat das Shipping zur Commodity gemacht. Der Engpass ist nicht mehr die Geschwindigkeit. Es sind das organisatorische Setup und – am Ende – das Judgment.

Jahrelang drehte sich die KI-Debatte nur darum, schneller zu shippen, schneller zu prototypen, schneller zu iterieren. Aber wenn alle Zugang zu denselben Tools haben, taugt Geschwindigkeit nicht mehr als Unterscheidungsmerkmal. Was gute Produkte von vergessbaren trennt, ist tatsächlich das Menschliche: zu wissen, was man bauen soll, wann man aufhören muss und wann man Gegenwind geben sollte.

Dieses Judgment lässt sich nicht prompten. Wenn Shipping günstig wird, shippen schlechte Entscheidungen eben auch schneller. Die Teams, die gewinnen, sind nicht die mit dem höchsten Output. Es sind die, die am klarsten wissen, was überhaupt gebaut gehört.

KI, Pizza und Tattoos

Wir wollen nicht, dass das, was unsere Speaker:innen gesagt haben, einfach im Raum verhallt. Also noch mal kurz der Reihe nach.

Bernd Volf von wonderful.ai sprach darüber, wie sich die Rolle von Digital-Produktmenschen mit KI verändert. Er eröffnete den Nachmittag mit einer ehrlichen Einordnung: Die Rollen, auf denen wir unsere Karrieren aufgebaut haben, wurden nicht für eine Welt entworfen, in der das System selbst Output generieren kann. Der Unterschied zwischen Schwimmen und Untergehen ist nicht Talent – sondern die Bereitschaft, sich auf die neue Form des Jobs einzulassen.

Paul Krauss von Team One Developers traf mit seinem Argument einen Nerv: Shopping passiert zunehmend durch KI-Agenten, nicht mehr auf Websites. Der Storefront wird unsichtbar, wenn die Kund:innen ihn gar nicht erst öffnen – und das wirft unbequeme Fragen auf, wo die Marke eigentlich noch lebt. (Etwas, worüber wir uns auch schon Gedanken gemacht haben!)

Wenn es darum geht, wer was macht, sobald KI das Interface baut, landete der Punkt von Gus Iwanaga von commercetools ziemlich direkt: Die meisten Produktteams behandeln KI immer noch als etwas, das sie kontrollieren. Spoiler – in den meisten Fällen tun sie das nicht. Und während KI längst die Interfaces shippt, diskutieren genau diese Teams noch in Meetings.

Im Anschluss sprach Laura Müller von Henkel über die sich ständig wandelnde Rolle der UX-Designer:innen. Laura eröffnete mit einer leise trotzigen Aussage: Veränderung war schon immer Teil unserer DNA. Dann strich sie „adapt or get left behind“ durch (buchstäblich, auf einer Folie) und stellte die Frage neu: Wer willst du werden? Ihre fünf Archetypen (Navigator, Guardian, Crafter, Architect, Catalyst) sind eine deutlich brauchbarere Landkarte als das übliche Untergangs-Narrativ.

Zum Abschluss des Tages moderierte Amit Patel (Experience Haus) ein Panel mit Paul Lafata (Verizon), Doug Powell (iF) und Laura Fehre (Figma). Der rote Faden: Es geht nicht um die Tools, sondern darum, Teams und Leader aufzubauen, die genauso schnell wie die Welt lernen, experimentieren und sich bewegen können – und dabei jene Art von Denken schützen, die nicht in einen Sprint passt.

Danach kam der Teil des Tages mit Drinks, Pizza, DJ und Tattoo-Artist. Denn wenn man schon ein Pre-Event veranstaltet, dann kann man die Leute auch mit etwas nach Hause schicken, woran sie den Tag noch eine Weile erinnert.

AI eats DDX

Am nächsten Morgen war es Zeit für den nächsten Talk – diesmal von unserem CEO Felix, der auf der Hauptbühne der DDX den Vortrag hielt, den er schon lange im Kopf hatte: „AI Eats the Interface – What’s Left of Your Brand?“

Wenn deine Marke nur in der visuellen Ebene lebt, überlebt sie die Agent-Ebene nicht. Die Designer:innen, die als Nächstes zählen werden, sind nicht die, die am schnellsten Interfaces generieren – sondern die, die Markenintention für Maschinen lesbar machen. Das ist keine Krise für Design, sondern das spannendste Briefing, das wir je bekommen haben.

Was kommt als Nächstes

Riesiges Dankeschön an das DDX-Team und alle, die vorbeigekommen sind, scharfe Fragen mitgebracht und auch nach dem letzten Stück Pizza noch dageblieben sind. Die Themen dieses Tages sind noch immer bei uns – und werden uns auch im Daily Business weiter begleiten.

Lust, die Konversation weiterzuführen? Meld dich! Wir sind immer zu haben für die Art von Gespräch, bei der man sich auf die beste Art ein bisschen unwohl fühlt.

Bis zum nächsten Mal, DDX!

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Autor:in

Lora ist Marketing Managerin bei COBE. Sie liebt es bei neuesten Marketingtrends up-to-date zu sein, Prozesse zu verbessern und neue Ideen zu entwickeln. In ihrer Freizeit sammelt sie Content-Inspiration am liebsten mit einem Kaffee in der Hand.

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